Notfall-Brille rettet Mann vor Kündigung

Sonntagnachmittag, das Handy von Christiane Faude-Großmann klingelt . Ein Brillen-Notfall in der Bahnhofsmission.

Ein junger polnischer Mann trägt aufgrund einer Augenoperation Kontaktlinsen, die kaputt gegangen sind. Seit zwei Tagen versucht er erfolglos Ersatz zu bekommen. Da er nicht krankenversichert ist, konnte ihm kein Arzt helfen. Seine Dioptrienstärke beträgt +11, was einer Sehfähigkeit von weniger als 10% entspricht.

Am nächsten Morgen um sieben Uhr beginnt seine Frühschicht als Packer. Wenn er nicht pünktlich erscheint und seine Arbeit erledigt, wird ihm sofort gekündigt. In seiner Situation eine Katastrophe. Er ist froh mit dieser Tätigkeit etwas Geld zu verdienen in der Hoffnung, bald eine eigene Wohnung zu finden. Da passierte das Unglück mit seinen Augen.

Die Bahnhofsmission kontaktiert „Mehrblick-Brillen für Obdachlose und Bedürftige“. Nach zweieinhalb Stunden trifft die Geschäftsführerin Faude-Großmann mit eine Auswahl an gebrauchten Brillen dort ein. Grundversorgung ist das Ziel der gemeinnützigen Organisation. Auch wenn das passende Modell nicht vorhanden ist, findet man hier eine Möglichkeit zu helfen. Für den jungen Mann bedeutet das, zwei Brillen übereinander tragen. Langfristig ist das sicher keine optimale Lösung. Aber für die nächsten Tage rettet es seinen Job. Mehrblick hat schon eine weitere Idee und lässt sich seine Handy-Nummer geben.